Eine Investition in die Zukunft
Neuer Klebebinder, neue Märkte - Wenn ein Unternehmen in elf
Jahren um knapp das Zehnfache wächst, verwundert es nicht,
wenn dies durch regelmäßige Investitionen begleitet wird
- erst kürzlich wurde eine neue Klebebindeanlage installiert.
Die Häuser KG in Köln kann als eines der erfolgreichsten
Unternehmen der deutschen Druckbranche bezeichnet werden - eine
Innovation jagt die nächste und auch das Wachstum ist
überproportional.
Die in Köln ansässige Buch- und Offsetdruckerei
Häuser KG mit dem eigenen Internet-Druckportal
Druckdiscount24.de gehört heute zu den größten
Bogenoffsetdruckereien in Nordrhein-Westfalen. Eine Besonderheit?
Ja. Das Unternehmen ist in nur elf Jahren von der kleinen Druckerei
zum großen Hightech-Druckpark gewachsen. Einige beeindruckende
Zahlen als Beispiel: Die Anzahl der Mitarbeiter ist von 20 im Jahr
2000 auf heute 170 gewachsen. Umsatz 2009: 14 Mio. Euro -
angestrebter Umsatz 2011: 24 Mio. Euro. Produktion Druckplatten
2009: 10000 m2/Monat; 2011: 20000 m2/Monat.
Stetiges Wachstum
Dass mit diesem rasanten Wachstum auch ein Wachstum an
technischer Ausstattung und Raumbedarf einhergeht, erklärt
sich von selbst. Zum 1. Januar 2010 bezog das Unternehmen neue
Räumlichkeiten in Köln und hatte in diesem Zusammenhang
rund 20 Millionen Euro investiert - in Gebäude, Vorstufen-,
Druck- und Weiterverarbeitungstechnologie und erweiterte die
Produktionsfläche von 4000 m2 auf 10500 m2. Vorab gesagt: Das
Wachstum geht weiter. Mit der jüngsten Investition, einer
Klebebindeanlage Eurobind Pro von Heidelberg, erweiterte das
Unternehmen seine Klebebindekapazitäten auf einmal um 2000%
gegenüber der vorigen Lösung. Die beiden
Geschäftsführer, Vater Günter Mazur und Sohn Heiko,
reagierten mit dieser Investition auf die gestiegene Nachfrage der
Kunden. Das Internet-basierte Geschäft über das eigene
Portal Druckdiscount24.de ist mittlerweile verantwortlich für
rund 85 % des Umsatzes. Infolgedessen stiegen auch die Anfragen
nach hochwertigen Klebebindungen. Heiko Mazur: "Bei uns ist das
Internet-Geschäft keine anonyme Angelegenheit. Im Gegensatz zu
manch anderen, die in diesem Segment tätig sind, wissen die
Kunden, dass bei uns noch Menschen hinter der Technik stehen. Bei
uns wird jeder Auftrag vor dem Druck kontrolliert und im Fall der
Fälle der Kunde informiert, dass seine Daten Fehler aufweisen.
So kann er korrigieren und spart dabei Kosten. Auf diese Weise
erzielen wir nicht nur hohe Qualität, sondern auch eine hohe
Zufriedenheit bei den Kunden."
Internet-Portal
Bereits seit 2003 betreibt die Häuser KG unter der
Internetadresse www. druckdiscount24.de das gleichnamige
Online-Portal, welches stark zur positiven Entwicklung beigetragen
hat. Günter Mazur erklärt: "Seitdem wir
Druckdiscount24.de als Marke entwickelt haben, konnten wir
besonders im Bereich Flyer, Broschüren und
Geschäftspapiere expandieren. Im Vergleich zu manch anderen
Online-Druckern setzen wir dabei auf die persönliche
Unterstützung der Kunden, eine umfassende Prüfung der
Daten und eine durchgängige Qualitätssicherung."
Infolgedessen hat das Unternehmen in modernste
Produktionstechnologien investiert.
20000 qm Druckplatten/Monat
Herausragende Beispiele für diese Investitionen sind
drei Heidelberg XL 105-8-P mit simultanem Plattenwechsel und
Inpress-Control, zwei Heidelberg Anicolor SM 52-4, davon eine mit
Lackwerk und zwei Fuji-CTP-Systeme T 9800 HS, die mit einer
Leistung von 40 Platten/Stunde und der erwähnten Produktion
von bis zu 20000 qm Druckplatten pro Monat stets zuverlässig
Futter für die Druckmaschinen liefern.
Auch in der Weiterverarbeitung steht ein umfangreicher
Maschinenpark bereit, um alle anfallenden Arbeiten schnell und
zuverlässig auszuführen. Die beiden
Geschäftsführer legen dabei größten Wert auf
Produktionssicherheit. Bei den meisten Maschinen verfügt man
über zwei gleiche oder annähernd gleiche Modelle, sodass
stets eine Ersatzmaschine vorhanden ist, um einen möglichen
Ausfall verzögerungslos zu überbrücken. Beispiele
für die genannte Produktionsabsicherung sind zwei
Polar-Schnellschneider 137 XT, zwei Horizon-Falzmaschinen, zwei
Heidelberg Stahl KH 78 KTL und drei Horizon Sammelhefter
Stitchliner 5500 und 6000 mit Falz- beziehungsweise
Zusammentragaggregat. Hinzu kommt eine Cellophaniermaschine Horizon
Castor 530 SF und eine Steinemann Colibri UV-Lackiermaschine.
Völlig autark
Jüngster Zuwachs in der Weiterverarbeitung ist jedoch
der Klebebinder Heidelberg Eurobind Pro. Das mit 6000 Takten/Std.
arbeitende System ist seit März 2011 installiert und macht das
Unternehmen im Hinblick auf Klebebindungen völlig autark.
Heiko Mazur: "Besonders die Online-Kunden, die über unser
Internet-Portal bestellen, erwarten kurze Produktionszeiten. Ziel
war es deshalb, diese Zeiten den Bedürfnissen unserer Kunden
anzupassen, sprich die Durchlaufzeit eines Auftrages stetig zu
verkürzen. Heute wissen wir manchmal um 12 Uhr noch nicht, was
wir um 16 Uhr drucken und in den meisten Fällen, besonders bei
kleineren Aufträgen, fordern die Kunden ihr Produkt innerhalb
eines Tages. Das können wir mit externen Dienstleistern nicht
immer garantieren und so haben wir bei unseren Investitionen
zunehmend das Ziel verfolgt, autark zu werden. Mit dem Eurobind Pro
haben wir dies nun auch im Bereich Klebebindungen erreicht - egal,
ob es sich um kleine oder große Aufträge handelt. Die
Schnelligkeit und Zuverlässigkeit des Systems bringt uns einen
weiteren Marktvorteil. Das schätzen unsere Kunden, zu denen
auch rund 1000 Druckereien gehören, denen wir nun auch neue
Dienstleistungen und einen schnelleren Service bieten können."
System mit vielen Extras
Die Entscheidung, in einen neuen, leistungsfähigen
Klebebinder zu investieren, lag daher nahe. Nach eingehender
Marktanalyse und einigen Praxistests entschieden sich die beiden
Geschäftsführer für den Heidelberg Eurobind Pro mit
einem Anleger-/Zusammentragsystem mit 16 Stationen, einem
Umschlaganleger, dem eigentlichen Klebebinder mit 23 Zangen, einem
Kühlturm mit 25 Metern Kühlstrecke und einem
Heidelberg-Dreischneider Eurotrim Pro. Was zunächst
nüchtern klingt, offenbart im Detail einige Besonderheiten,
die dem Ziel des Unternehmens nach Universalität und
Unabhängigkeit entsprechen. So wurde beispielsweise an jeder
der Zusammentragstationen ein Bild- und Barcode-Prüfsystem
installiert. Nach drei Rückenbearbeitungsstationen folgt ein
Hotmelt-Walzenleimwerk, welches man momentan jedoch meist nur zum
Vorsammeln nutzt.
Die eigentliche Klebung wird über ein PUR-Düsensystem
aufgetragen, dem ein System zum Überwachen des
Klebstoffauftrags folgt. Letzteres ist Laser-basiert und ermittelt
so genau, ob die richtige Klebstoffschicht-Dicke oder
überhaupt ein Auftrag erfolgt. Detektiert das System Fehler,
stoppt es nach einer regulierbaren Toleranz die Maschine, sodass
eine 100%-Kontrolle möglich ist. Auch die Seitenbeleimung
für den Umschlag wird über ein Düsensystem
aufgetragen. Heiko Mazur: "Nachdem ein Produkt die beiden
Anpressstationen durchlaufen hat, sind sowohl Bund als auch
geklebter Umschlag dauerhaft haltbar, strapazierfähig und
zuverlässig reißfest."
Schnell und zuverlässig.
Nach drei Monaten im täglichen Einsatz hat die
Häuser KG bereits über 300000 Bücher gebunden. Auch
hier gibt es etwas Besonderes. Günter Mazur: "Unsere Auflagen
bewegen sich meist zwischen 250 und 2500 Exemplaren. Nicht selten
haben wir es auch mit kleineren Auflagen zu tun. Um auch bei
beispielsweise 100 Stück wirtschaftlich zu arbeiten,
benötigt man ein System mit kurzen Rüstzeiten, das
einfach und intuitiv bedienbar ist. Bei so vielen individuellen
Aufträgen täglich muss die Produktqualität stets und
vom ersten bis zum letzten Exemplar unseren hohen Standards
genügen. Mit dem Heidelberg Eurobind Pro gab es in der Praxis
bisher keine Probleme. Aufbau und Einrichtung der Maschine liefen
extrem schnell und reibungslos - schon zwei Wochen nach
Maschinenlieferung hatten wir unser erstes Produkt in
Verkaufsqualität hergestellt. In diese Maschine zu
investieren, war goldrichtig. Zum Vergleich: 2008 haben wir drei
Bindeaufträge pro Woche produziert. Heute sind es fünf
bis zehn pro Tag."
Autor: Michael Scherhag
Bild 1:
Blick auf die Anlege-/Zusammentrageinheit der neuen
Klebebindeanlage Heidelberg Eurobind Pro, mit der seit der
Installation im März 2011 bereits über 300000 Produkte,
vorwiegend in kleineren Auflagen, gefertigt wurden.
Bild 2:
Die beiden Geschäftsführer Günter (l.) und
Heiko Mazur, zusammen mit Miguel Rodriguez, Maschinenführer am
neuen Heidelberg Eurobind Pro.
Bild 3:
Der neue Heidelberg Eurobind Pro bei der Häuser KG
ist neben den beiden Hotmelt-Werken mit einer PUR-Düse und
einem anschließenden Laserprüfsystem ausgestattet.
Bild 4:
Nach dem Umschlaganleger am Heidelberg Eurobind Pro folgt
die Seitenbeleimung über Düsen. Höchste Klebekraft
und Qualität sind so gewährleistet.
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