Es gilt das gesprochene Wort
Begrüßung
Highlights Geschäftsjahr 2004/2005
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
vor einem Jahr sprach ich an gleicher Stelle vom Erreichen
der Trendwende für die Heidelberger Druckmaschinen AG.
Anlässlich der heutigen Bilanzvorlage kann ich Fortschritt
vermelden. Nach zwei Verlustjahren in den Geschäftsjahren
2002/03 und 2003/04 haben wir im Geschäftsjahr 2004/05 unsere
Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Ertragswende
geschafft.
Dies zeigt sich insbesondere bei folgenden
Geschäftskennzahlen gegenüber den Vorjahreswerten:
- Wir haben das operative Ergebnis auf 167 Millionen Euro
verdoppelt.
- Den Jahresüberschuss konnten wir um rund 750 Millionen
Euro auf plus
- 61 Millionen Euro steigern.
- Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 34 Prozent.
- Der Gewinn pro Aktie stieg auf 0,64 Euro pro Aktie und -
erstmals seit drei Jahren soll - so sieht es der Beschlussantrag
zur ordentlichen Hauptversammlung am 20. Juli 2005 vor - wieder
eine Dividende pro Aktie von 0,30 Euro gezahlt werden.
- Diese Kennzahlen belegen, dass die bereits im
Geschäftsjahr 2003/2004 eingeleitete und im vergangenen
Geschäftsjahr abgeschlossene Neuausrichtung der Heidelberg
Gruppe gegriffen hat. Die Konzentration auf das
Geschäftsfeld Bogenoffsetdruck und die dazugehörigen
operativen Prozessschritte von der Dateneingabe bis zum fertigen
Druckprodukt haben das Unternehmen wieder zu einer verbesserten
Ertragslage geführt.
Und wir wollen mehr.
- Unser im Mai 2004 zur drupa mit über 50
Produktneuerungen überarbeitetes Lösungsangebot
stärkt uns im Wettbewerb und bietet Wachstumschancen.
- Gleichzeitig haben wir unser Kostengefüge - und damit
meine ich sowohl Strukturkosten als auch Herstellkosten - auf ein
wett- bewerbsfähigeres Niveau gebracht.
- Ein Fragezeichen sehen wir allerdings noch hinter dem
für unsere Geschäftsentwicklung wichtigen
konjunkturellen Umfeld, ausgedrückt am jeweiligen
Bruttoinlandsprodukt. Nachdem die Weltwirtschaft im Berichtsjahr
floriert hatte - im Jahr 2004 wurde das höchste Wachstum
seit langem erreicht - werden für die kommenden Jahre
weniger robuste Zuwachsraten erwartet.
- Darüber hinaus sind Wechselkursentwicklungen speziell im
Dollar- und Yen-Raum sowie die Entwicklungen bei den Rohstoff-
und Energiepreisen belastende Einflussfaktoren.
Rahmenbedingungen und Marktumfeld
Meine Damen und Herren,
wir gehen davon aus, dass die derzeitige weltweite
Konjunkturent- wicklung anhalten wird und dass die Weltwirtschaft
in den Jahren 2005 und 2006 weiter wächst.
Voraussichtlich werden China und die USA auch in diesen
Jahren die wichtigsten Stützen für die Weltkonjunktur
sein.
In Europa dürfte sich der leichte Konjunkturaufschwung
fortsetzen - allerdings bleiben hier die Zuwachsraten mit Blick auf
die starke Weltkonjunktur enttäuschend: Sie werden lediglich
ein bis zwei Prozent betragen. Besonders unbefriedigend wird die
Entwicklung wohl wieder in Deutschland sein.
Welche Auswirkungen hat die Konjunkturentwicklung auf unsere
Branche?
In den Industrieländern erholt sich die
Printmedien-Industrie nach drei Krisenjahren langsam wieder. Die
Produktionsvolumina von Printmedien konnten 2004 erstmals wieder
gesteigert werden. In den USA wird das Produktionsvolumen von
Druckprodukten auch im laufenden Jahr weiter ansteigen: Nach einem
Plus von 4,1 Prozent im Jahr 2004 geht die National Association of
Printing Leadership (NAPL) für das Jahr 2005 von einem Zuwachs
um 5,1 Prozent aus. Wir rechnen für die anderen
Industrieländer ebenfalls mit einem Anstieg des Volumens, wenn
auch nicht in dieser Größenordnung.
Da die Wirtschaft in den Schwellenländern weiterhin
überproportional wachsen wird, wird auch die Nachfrage nach
Druckprodukten entsprechend anziehen. Der Sättigungsgrad bei
Druckprodukten ist in den sich entwickelnden Volkswirtschaften noch
sehr gering. Druckereien in diesen Ländern besitzen eine
vergleichsweise höhere Investitionsbereitschaft.
Wir werden sowohl von der weiteren Erholung der Branche in
den Industrieländern profitieren als auch von dem hohen
Wachstum in den Schwellenländern.
In den Industrieländern wird unsere Strategie,
integrierte Lösungen anzubieten, weiter fortgesetzt.
Allerdings werden wir vor allem auf dem US-Markt - ähnlich wie
in diesem Jahr - mit starker japanischer Konkurrenz zu rechnen
haben.
Belastend wirken sich hierbei vor allem die Wechselkurse
speziell im Dollar- und Yen-Raum sowie die Entwicklungen bei den
Rohstoff- und Energiepreisen aus. Diese Faktoren haben unmittelbare
Folgen für die Ausrüster der Printmedien-Industrie.
In den Schwellenländern haben wir mit unserem gut
aufgestellten Service- und Vertriebsnetz Wettbewerbsvorteile. Wir
bedienen zum einen das Premium-Segment in diesen Märkten,
werden aber in China mit günstigeren, speziell für diesen
Markt entwickelten Produkten, weitere Marktpotenziale
erschließen, die wir derzeit nicht bedienen.
Fazit: Alles in allem verbessern sich langsam aber nachhaltig
die Bedingungen der Printmedien-Industrie.
Bevor wir weiter über die Zukunft sprechen, möchte
ich kurz auf die wesentlichen Entwicklungen und Eckdaten des
vergangenen Geschäftsjahres eingehen. Herr Dr. Meyer wird
Ihnen später den Jahresabschluss 2004/2005 im Detail
erläutern...
Hinweis: Die vollständige Rede des Vorstandvorsitzenden
Bernhard Schreier können Sie sich rechts als rtf-Dokument
herunterladen.